Freitag, 24.05.2013

Förderpreis Medienpädagogik 2002

Förderpreis Medienpädagogik

Preisträger Kategorie 4 (Jugendliche der Sekundarstufe II)

Einrichtung: Video-AG der Willy-Hellpach-Schule Heidelberg
Projekttitel: 22. Oktober 1940 - Was bleibt?


Das Video-Projekt "22.10.1940 - Was bleibt?" der Willy-Hellpach-Schule entstand im Auftrag der Stadt Heidelberg. Die Schülerinnen und Schüler der Video-AG erhielten den Auftrag, einen filmischen Beitrag zur "Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus" im Januar 2002 zu leisten. Aufgabe der Video-AG war es, eine Kultur des Erinnerns zu schaffen, in der Jugendliche sich mit dem dunklen Teil der Geschichte von Heidelberg auseinander setzen. Die Projektteilnehmer arbeiteten dabei mit dem Medienforum Heidelberg e.V., der Landeszentrale für Politische Bildung und der Stadt Heidelberg zusammen.

 

Der prämierte neunminütige Kurzfilm dokumentiert das Schicksal eines Heidelberger Juden, der sich im Jahr 1940 auf einem Dachboden vor den Nazis versteckte. Diese "Kerngeschichte" wird mit historischen Bildern und Texteinblendungen verknüpft, die auf die Besonderheit des Datums 22.10.1940 verweisen - an diesem Tag wurden über 300 Heidelberger Juden deportiert. Die Aufnahmen einer Anti-Rassismus-Demonstration aus dem Jahr 2002 schließen den Film ab.

 

Die Schülerinnen und Schüler waren von der Ausarbeitung des Drehbuchs bis zum Schnitt für alle Arbeitsschritte des Projekts verantwortlich. Durch die passende Wahl von Drehort, Beleuchtung, Kostüm und Requisiten, Kameraeinstellung und Musik gelingt es den Projektteilnehmern, die erdrückende Stimmung der damaligen Zeit dem Zuschauer näher zu bringen. Der Kurzfilm ist sowohl inhaltlich als auch künstlerisch anspruchsvoll: Das nachgespielte Einzelschicksal wird mit historischen Bildern verknüpft und Texteinblendungen werden mit Hintergrundmusik wirkungsvoll in Szene gesetzt. Den Schülerinnen und Schülern ist es gelungen, die im Rahmen des Mediums Video zur Verfügung stehenden Mittel wie Kameraeinstellung, Licht, Drehbuch, Requisiten und Musik derart zu nutzen, dass der Zuschauer von der Thematik auch emotional berührt wird.